Herleitung des Biot-Savartschen Gesetzes

Es soll untersucht werden, wie ein kleiner Ausschnitt der Länge ΔL aus einem stromführenden Leiter zur magnetischen Kraftflussdichte an einem Punkt P außerhalb des Leiters beiträgt.

Abb. 1 

In der Abb. 1 ist ein solches Leiterstück abgebildet. Der erwähnte Punkt P hat den Abstand r von ΔL . Die Verbindungsstrecke zwischen P und ΔL bildet mit letzterem den Winkel α. Bei P ist eine Ladung q , die sich mit der Geschwindigkeit v parallel zum Leiter bewegt. q erzeugt bei ΔL ein B nach By = -v/c2 · Ez.

Ez erhalten wird nach dem Coulombschen Gesetz:

|E| = q/(4·π·ε0·r2)     →     Ez = -q·sin α /(4·π·ε0·r2) 


Wichtige Anmerkung:

Man denke sich eine Probeladung q' am Leiterabschnitt ΔL . Sie wirkt nach dem Coulombschen Gesetz mit der Kraft F auf die Ladung q bei P.

|F| = q' · q /(4·π·ε0·r2)

Eine dem Betrage nach gleich große Kraft erfährt die ruhende Ladung q' nach dem Wechselwirkungsprinzip.

Für die Feldstärke E bei ΔL gilt somit: |E| = |F/q'| = |q| /(4·π·ε0·r2)

By = -v/c2 · Ez

By = q·v·sin α /(4·π·c2·ε0·r2)  

Auf das Leiterstück wirkt demnach die Kraft Fz = I· ΔL·q·v·sin α /(4·π·c2·ε0·r2)

Nach dem Wechselwirkungsgesetz wird eine gleich große magnetische Kraft F* parallel zur z-Achse auf die Ladung q ausgeübt.

F*z = -I· ΔL·q · v·sin α /(4·π·c2·ε0·r2)

Diese Kraft weist auf eine von ΔL verursachte magnetische Kraftflussdichte ΔB am Punkt P hin.

F*z = q ·v· ΔBy        →    -I· ΔL·q·v·sin α /(4·π·c2·ε0·r2) = q ·v· ΔBy

ΔBy = -I· ΔL·sin α /(4·π·c2·ε0·r2);        c2 = 1/(ε0·µ0)

ΔBy = -I· ΔL·µ0·sinα /(4·π·r2):    Gesetz von Biot-Savart